Ein Wunsch von Inge sollte dieses Jahr endlich in Erfüllung gehen, die Seychellen mit den imposanten Granitfelsen und den Riesenschildkröten auf La Digue. Nachdem wir im letzten Fernurlaub die Premium Economy Sitze bei Qatar Air ausprobiert hatten, haben wir diese bei Condor dann auch gebucht. Das einchecken bei Condor am Premium Economy Schalter ging sehr schnell. Auch die Sicherheitskontrolle war super schnell, es waren keine Passagiere vor uns. Das alles hat unser Zeitkonzept mit 3 Std ab Ankunft mit Auto oder Bahn am Flughafen umgeworfen. Nun saßen wir 2,5 Std. vor Boarding schon am Gate, aber es gibt schlimmeres auf der Welt.

Mahe - 4 Nächte: 29.11. - 03.12.25

Unsere Reise begann früh am Morgen. Um 5 Uhr landeten wir auf den Seychellen und erreichten unser Hotel um 7 Uhr. Leider war unser Zimmer im Hotel Romance Bungalows erst um 12 Uhr verfügbar, also deponierten wir unsere Koffer und Rucksäcke an der Rezeption und machten uns auf die Suche nach einem ATM. Bei 78 % Luftfeuchtigkeit war das gar nicht so einfach, aber schließlich fanden wir einen. Wieder zurück im Hotel, öffneten wir kurz unsere Koffer, nahmen frische, leichte Kleidung und zogen uns um. Danach ging es direkt zum Strand – eine willkommene Erfrischung nach der langen Anreise. Anschließend suchten wir uns ein Take-Away, da das Flugzeugfrühstück um 4 Uhr nur sehr bescheiden ausgefallen war.

Übrigens: Die Premium Economy Sitze bei Condor haben uns nicht wirklich überzeugt. Zwar gab es etwas mehr Beinfreiheit, aber im Vergleich zu den luxuriösen Sitzen bei Qatar Air fühlten wir uns bei Condor eher unbequem. Wir hatten die ganze Nacht keinen Schlaf, da die Sitze ziemlich unbequem waren und wir uns nicht richtig ausruhen konnten.

Am frühen Nachmittag konnten wir endlich unser Zimmer beziehen. Jeden Morgen wurden wir mit einem Frühstück auf der Terrasse verwöhnt. Wir mussten nur eine bestimmte Uhrzeit anrufen, und schon stand alles auf dem Tisch – eine wirklich angenehme Art, den Tag zu beginnen.

Natürlich machten wir auch eine Tour über die Insel. Da wir diese Tour sonntags buchten, konnten wir unsere Frühstückszeit nicht vorher an der Rezeption absprechen, weil die Rezeption an diesem Tag geschlossen war. Das sind die kleinen Nachteile eines familiengeführten Hotels. Der Kleinbus für die Tour kam dann am Montag um 7:30 Uhr, aber leider war die Küche noch nicht besetzt, also fuhren wir ohne Frühstück los. Unser erster Halt war Victoria, die Hauptstadt der Seychellen. Unser Guide zeigte uns die wichtigsten Sehenswürdigkeiten, und als ich nach einem Frühstück fragte, führte er uns zu einer kleinen Bäckerei. Er meinte nur, dass in seiner Gruppe keiner verhungern würde – das könnte bei anderen Guides durchaus anders laufen.

Nach dem kleinen Frühstück fuhren wir weiter an der Ostküste entlang und machten einen kurzen Stopp an der Anse Royal, einem wunderschönen Strand mit Granitfelsen. Es war einfach traumhaft. Danach besuchten wir eine Farm, auf der die imposanten Coco de Mer-Nüsse zu Parfüm verarbeitet werden. Ein weiteres Highlight war der Besuch der Takamaka-Destillerie, wo wir mehr über die Herstellung des einheimischen Rums erfuhren. Natürlich durfte eine Verkostung von sechs verschiedenen Rumvariationen nicht fehlen.

Gut gelaunt fuhren wir über die Berge zur Westseite von Mahé zum Naturreservat Cap Lazare. Dort gab es erst einmal ein leckeres Mittagessen, bevor wir die Riesenschildkröten besuchten. Nach dem Schildkrötenbesuch hatten wir noch etwas Zeit, die wir am Strand verbrachten. Wir zogen uns um und gingen ins Wasser, um die paradiesische Umgebung zu genießen.

Am späten Nachmittag kehrten wir ins Hotel zurück, und unser Frühstück stand bereits gut verpackt im Kühlschrank – eine perfekte Lösung, um den Tag entspannt ausklingen zu lassen.

Die restlichen Tage verbrachten wir mit Relaxen, Strandaufenthalten und Take-Aways zum Mittagessen. Die Take-Aways waren eine preisgünstige Alternative zu den teureren Restaurants, aber leider gab es dort oft nur Fast Food wie Burger, Pizza oder Hot Dogs. Einige boten auch Currys an, aber diese wechselten täglich, und wenn sie ausverkauft waren, schlossen die Läden schnell wieder. Auch die Öffnungszeiten der Take-Aways waren nicht immer zuverlässig, da die Betreiber oft öffneten, wann sie gerade Lust und Zeit haben. Unsere vier Nächte in Beau Vallon vergingen wie im Flug und wir genossen die entspannte Atmosphäre der Insel. 

Praslin - 4 Nächte: 03.12. - 07.12.25

Nach einigen aufregenden Tagen auf Mahé war es nun Zeit, die nächste Insel zu erkunden: Praslin. Der Start in den Tag war sehr entspannt. Am Fährhafen angekommen, herrschte eine angenehme Ruhe, und um Punkt 10 Uhr legte die Fähre pünktlich ab. Die Überfahrt dauerte nur etwa 45 Minuten, aber bereits bei der Ankunft auf Praslin spürte man die gelassene Atmosphäre dieser Insel. Die Herzlichkeit der Menschen machte es einfach, sich sofort wohlzufühlen – im Vergleich zu dem etwas hektischeren Mahé war Praslin viel ruhiger und entspannter.

Unser Hotel, das Oasis Restaurant & Spa, erwies sich als wahres Juwel. Das Zimmer war wunderschön und bot eine ruhige Oase zum Erholen. Besonders praktisch war die Nähe zu einem ausgezeichneten Take-Away, doch auch die Preise im Hotel waren erfreulich moderat, was auf Praslin ein schöner Unterschied zu den oft teuren Angeboten auf Mahé war.

Den nächsten Ausflug buchten wir wie gewohnt über GYG – diesmal ging es mit einem kleinen Boot zur Nachbarinsel Curieuse. Die Fahrt entlang der Ostküste von Praslin bot erneut atemberaubende Ausblicke auf traumhafte Strände und kristallklares Wasser. Nach der Ankunft auf Curieuse war erstmal Baden angesagt, um sich von der Bootsfahrt zu erfrischen. Danach trafen wir uns mit unserem Guide, der uns auf eine Wanderung durch den Curieuse Marine Nationalpark führte. Die Insel war, ebenso wie Mahé, sehr bergig, aber die Mühen wurden durch die fantastische Natur belohnt.

Auf der anderen Seite der Insel erklärte uns unser Guide viel über den Schutz und die Erhaltung der Mangroven. Diese Informationen waren sehr spannend und lehrreich, besonders wenn man bedenkt, wie wichtig Mangroven für das Ökosystem sind. Am Ende der Tour kamen wir zu einer Schildkrötenaufzuchtstation, wo wir die Möglichkeit hatten, „kleine“ Schildkröten zu sehen, die dort gepflegt und aufgezogen werden, bevor sie in die Freiheit entlassen werden.

Zum Abschluss des Ausflugs erwartete uns ein tolles BBQ direkt am Strand, bei dem wir uns stärkten, bevor es mit dem Boot weiter zum Schnorcheln bei St. Pierre Island ging. Das klare Wasser bot uns die Gelegenheit, bunte Fische und sogar einen kleinen Riffhai zu sehen – ein echtes Highlight!

Am Abend kehrten wir wieder ins Hotel auf Praslin zurück und genossen die restlichen Tage der Reise mit einer Mischung aus Entspannung und kleinen Erkundungstouren. Es war ein perfekter Abschluss eines erholsamen und zugleich abenteuerlichen Aufenthalts auf dieser traumhaften Insel.

La Digue - 3 Nächte: 07.12. - 10.12.25

Am 10. Dezember setzten wir die Reise fort und fuhren von Praslin mit der Fähre nach La Digue. In nur 20 Minuten waren wir auf dieser kleinen, aber charmanten Insel angekommen, die uns mit einem tollen Hotel empfing – allerdings etwas abseits gelegen. Die idyllische Ruhe im Villa Source D'Argent war angenehm, doch die Entfernungen zu den nächsten Anlaufpunkten waren größer, als wir erwartet hatten.

Am ersten Abend machten wir uns auf den Weg zu einem Supermarkt, der etwa 1,5 km entfernt war. Allein zu Fuß unterwegs, fielen wir auf, da die Einheimischen bevorzugt mit E-Bikes durch die Straßen fuhren. Besonders auffällig war, dass die Jugend auf sogenannten FAT-Bikes unterwegs war, und die meisten der E-Bikes waren auf dem höchsten Unterstützungsmodus eingestellt – eine schnelle, fast mühelose Fortbewegung war hier die Devise.

Am nächsten Morgen planten wir, Fahrräder zu mieten, doch schnell merkten wir, dass dies für Inge aufgrund gesundheitlicher Probleme keine gute Idee war. Stattdessen entschieden wir uns, die Insel zu Fuß zu erkunden. Ein kurzer Spaziergang führte uns zum L’Union Estate Park, einem kleinen Juwel der Natur. Dort sahen wir eingezäunte Riesenschildkröten, streiften durch die Vanilleplantage und bestaunten den gewaltigen Giant Union Rock. Der Höhepunkt des Tages war der Besuch des Rocher Coco de Mer Strandes. Auf dem Rückweg entdeckten wir, dass uns ein Golfkart überholte. Ohne zu zögern, winkte ich den Fahrer an und fragte, ob er uns ein Stück mitnehmen könnte. Zum Glück nahm er uns mit und setzte uns direkt beim Supermarkt ab – eine willkommene Erleichterung, da wir dringend Wasser, Bier, Nudeln und eine Fertigsoße benötigten.

Unser Hotelzimmer war mit einer kleinen Küche ausgestattet, was uns die Möglichkeit gab, uns die Mahlzeiten selbst zuzubereiten. So konnten wir den Gang zu einem Restaurant oder Takeaway vermeiden, was nicht immer einfach war, da viele Lokale nur nach Belieben öffneten. An einem Abend wollten wir zu einem nahegelegenen Restaurant, doch leider war die Jamaika Bar seit zwei Tagen geschlossen. Ein weiteres Restaurant hatte erst ab 19 Uhr geöffnet, aber wir waren bereits um 18 Uhr dort und fragten nach einem Tisch. Um den Hunger zu stillen, machten wir uns auf die Suche nach einem Takeaway. Nach etwa 2 km fanden wir ein kleines Restaurant, in dem wir die einzigen Gäste waren.

Die Rückkehr zum Hotel gestaltete sich dann als kleine Herausforderung. Es war bereits stockdunkel, als wir uns auf den Weg machten – und wir hatten noch etwa 3 km vor uns. Die Straßen waren schlecht beleuchtet, und die Fahrradfahrer fuhren fast immer ohne Beleuchtung, was das Navigieren gefährlich machte. In jeder Kurve musste man damit rechnen, von einem Radfahrer im Tiefflug überrascht zu werden. Ein weiteres Hindernis waren die zahlreichen Krabben, die nachts die Straßen überquerten. Wir schafften es jedoch wohlbehalten zurück ins Hotel, ohne ein einziges Tier zu überfahren.

Unsere Tage auf La Digue vergingen schnell und waren von unvergesslichen Erlebnissen geprägt. Am 10. Dezember hieß es dann Abschied nehmen. Wir wurden zur Fähre gebracht und fuhren über Praslin zurück nach Mahé – ein würdiger Abschluss eines abenteuerlichen Inselaufenthalts. 

Mahe - 3 Nächte: 10.12. - 13.12.25

Zurück auf Mahe verbrachten wir unsere letzten 3 Nächte wieder in Beau Vallon, diesmal aber im Hotel Berjaya Beau Vallon Bay Resort & Casino. Hier war nur noch relaxen angesagt und da es kurz vor Weihnachten war, wurde im Veranstaltungsbereich jeden Tag eine Jahresabschluss bzw. Weihnachtsfeier ortsansässiger Firmen gefeiert. Gäste, die unweit davon ihr Zimmer hatten, wurden bis spät in die Nacht mit überlauter Musik unterhalten. Unsere Abholung zum Flughafen am letzten Tag war für 19:45 Uhr geplant, aber der Check-Out im Hotel war 11 Uhr. Zum Glück konnten wir an der Rezeption ein "Duschzimmer" für eine Std. buchen. So haben wir um 11 Uhr unsere Koffer und Rucksäcke an der Rezeption, in einem separaten Zimmer, deponiert und konnten den letzten Tag am Strand und Pool noch genießen. Gegen Abend sind wir dann nach dem Essen zur Rezeption, haben die Rucksäcke mit frischen Klamotten geholt und uns dann im "Duschzimmer" umgezogen. Die Abholung war wieder einmal pünktlich, sodass wir um 20:30 am Condor-Schalter zum einchecken standen. Eigentlich sollten wir schon um 23:30 abheben, aber die Pausenzeit der Besatzung musste eingehalten werden, da die Maschine von D kam und danach gleich wieder nach D, mit Pause, startete. Zuvor machten wir nach dem einchecken eine freudige Entdeckung. Im Wartebereich gibt es eine Takamaka-Lounge für alle. Also gleich nochmal zwei außergewöhnliche Takamakas für 16 € bestellt . Ein Fluggast war wohl vor dem Boarding auch dort, hat aber bestimmt einige Takamakas zu viel probiert, jedenfalls stolperte er die Treppe zum Flugzeug hoch. Dies fiel natürlich dem Personal auf und nach längerer Diskussion mit dem Passagier, lies man ihn dann doch einsteigen, aber ihm wurde weitere Alkohol an Bord verweigert. In den unbequemen Premium Economy Sitzen ging es dann zurück nach Frankfurt, wo wir um 7 Uhr landeten. 

Doch unser „Abenteuer“ war damit noch nicht ganz beendet. Den Zug beziehungsweise die S-Bahn konnten wir nur bis Mainz nutzen, da die Bahnstrecke zwischen Mainz und Bingen aufgrund von Bauarbeiten weiterhin gesperrt war. Normalerweise hätten wir ab Mainz problemlos mit dem Bus nach Ingelheim weiterfahren können. Allerdings machte uns ein kurzfristiger Fahrplanwechsel einen Strich durch die Rechnung: Der nächste Bus wäre erst um 11 Uhr gefahren – wir standen jedoch bereits gegen 9 Uhr morgens am Mainzer Hauptbahnhof.

Zum Glück zeigte sich einmal mehr, wie wertvoll ein guter familiärer Rückhalt ist. Meine Schwester erklärte sich kurzerhand bereit, uns am Bahnhof abzuholen und uns nach Ingelheim zu bringen. So endete unsere Reise schließlich doch noch entspannt – und mit einem letzten kleinen Abenteuer, das perfekt zu dieser ereignisreichen Reise passte.