Mit dem Wetter hatten wir unheimliches Glück, was englisches Wetter betrifft. Am Montag landeten wir um 12 Uhr am Flughafen Heathrow, gingen zum Tourist Service Schalter um 2 unserer vorhandenen Qyster Cards zu "beladen" und für meinen Sohne eine weitere zu kaufen. Danach fuhren wir mit der Tube eine Stunde mit einmal Umsteigen bis zu unserem IBIS Hotel in Canning Town. Ein schickes Hotel, welches vor allem die jüngere Generation bevorzugt. Alles sehr modern und an den Tischen eine induktive Ladestation für die Smartphones. Da wir einen London Pass für 2 Tage hatten und das London Eye nicht inbegriffen war, stand dieses nun für unseren ersten Tag auf dem Programm. Die Tickets hatte ich online schon in Deutschland gekauft und dennoch mussten wir über eine Stunde bei tropischen Temperaturen im Ticketcenter anstehen, ich war kurz davor, diese preisgünstig zu verkaufen, denn die Hitze und die lange Wartezeit war schon sehr nervig. Nachdem mich Inge beim Anstehen abgelöst und endlich mit den Tickets aus dem Center kam, mussten wir uns in die Reihe stellen, was wiederum eine Stunde gedauert hatte, bis wir endlich in die Attraktion einsteigen konnten. Aber die Warterei hat sich gelohnt, wir genossen einen atemberaubender Blick über London bei strahlendem Sonnenschein, aber die Kabine war klimatisiert.Abschließend fuhren wir mit der Tube zum Hydepark, um im Swan Pub ein gemütliches Bier zu trinken. Dieser Pub gehört zu einem der ältesten Pubs in London und ist schon über 300 Jahre alt. Mein Lieblingsbier in London ist das London Pride, ein sehr malziges Ale.

Slainte Mhath

 

Auszug von der Swan-Webside:

Das liebevoll renovierte und im Jahr 2018 neu eröffnete The Swan ist ein historischer Londoner Pub, der mehrere Jahrhunderte alt ist. Aufzeichnungen verfolgen The Swan zurück bis 1721 - das erste Datum, das im lizenzierten Victualers Register beschrieben wird - aber es wird angenommen, dass das Gasthaus viel älter ist.
The Swan war eine traditionelle Poststation und angeblich der letzte Trinkort für die Opfer des Gibbet bei Tyburn Gallows - jetzt bekannt als Marble Arch. Der notorische Wegelagerer Claude Duval, der auf der Straße von London nach Uxbridge aktiv war, soll in unserer Kneipe sein letztes Getränk gehabt haben, bevor er 1670 in Tyburn gehängt wurde.
In der Tat wurde vorgeschlagen, dass unter diesen Umständen zuerst die Begriffe "für die Straße (one for the road)" und "am Wagen" (he´s on the wagon) geprägt wurden. Der örtliche Gefängniswärter war oft mit dem Gefangenentransport draußen und hatte "einen für die Straße" anfordern - ein letztes Bier für den Gefangenen.
Nachdem die Pferde mit dem Transport weg waren, sagten Männer an der Bar: "Er ist auf dem Wagen" - was darauf hindeutete, dass der Gefangene nie wieder trinken würde
 

Am nächsten Tag nutzten wir unseren London Pass, der für 2 Tage gültig war. Nach einem früher Frühstück fuhren wir mit der Tube zum Tower und machten unsere erste Besichtigung, der mit dem Blick auf die Kronjuwelen endete. 

Danach stiegen wir vor dem Tower in einen Hop-on/Hopp-off-Bus und fuhren kreuz und quer durch die Stadt, leider bei Rush-Hour, wir standen mehr, als dass wir fuhren und das bei brütender Hitze. Irgendwann setzten wir uns unter den überdachten Teil des Busses, um weiter diese schöne Stadt zu genießen. Kurz vor Ende der Tour stiegen wir an der St. Pauls Cathedral aus, um auch hier wieder die Vorzüge unseres London Passes zu nutzen. Von außen sieht diese Kirche gar nicht so groß aus, aber im Inneren sah man erst diese wundervolle Schönheit und Größe. Nach dem Mittagessen im "Secret Garden Pub" ging es weiter zur Westminster Abbey, die aber leider an diesem Tag schon sehr früh schloss, den Besuch der Abbey verschoben wir dann auf den nächsten Tag.

Nun fuhren wir nach Covent Garden um den Pub "Punch & Judy" zu besuchen, dieser Pub ist bei vielen Marillion Kennern sehr berühmt wegen seines Namens.

Da wir nun noch Zeit hatten, fuhren wir mit der Tube zum Hydepark und besuchten den Kensington Palast. Auch hier gab es kein langes Anstehen.

Zum Abschluss ging es wieder in "The Swan" zum wohlverdienten Bier. Im Hotel angekommen und einer Dusche liefen wir noch in den nahegelegenen "Streeties Pub", ein Pub, in den wohl nur ortsansässige gehen, sehr schön und ohne Touristen … außer uns ;-) Hier trafen wir auf Bernie, der uns zeigte, was es bedeutet, Cockney zu sprechen, wir kamen an unsere Grenzen, was die englische Sprache betrifft. Bernie war sehr lustig und jedes mal, wenn wir unser Glas Guinness fast leer getrunken hatten, stand schon das nächstes daneben, dazu noch zwei Runden Apfelkorn, was wohl sein Lieblings Short war. Jedes mal wenn wir eine Runde bezahlen wollten, winkte die Bedienung ab und meinte: That´s Bernies …

Ok, nach 5 Runden Guinness machten wir uns schnell aus dem Staub, als Bernie auf der Toi war. Nicht, das man nun meinte, wir hätten uns nicht bedankt, denn das taten wir nach jeder Runde, aber irgendwie mussten wir einen Strich ziehen, denn am nächsten Morgen wollten wir schon wieder früh auf den Beinen sein. ;-)

Unser letzter voller Tag begann mit einem zeitigen Aufstehen und Frühstück im IBIS. Zur Peak-Time in die überfüllte Tube, quer durch London nach Little Venice zur Kanaltour mit dem Boot. Die Kanalfahrt nach Camden war in unserem London Pass beinhaltet. Wir waren schon zeitig am Boot, aber das dachten sich auch anderen Teilnehmer, so war das Boot schon voll, obwohl wir 30 min vor der Abfahrt am Pier waren. Die nächste Fahrt wäre 2 Stunden später gewesen, aber das war uns wohl doch zu lange und so liefen wir 200 m weiter zum nächsten Anbieter, der aber leider nicht Teil des London Passes war. Also zahlten wir die 9 GBP pro Person und nach 45 min Wartezeit und "Front Of Line" ging es durch den Regent Kanal, vorbei am Zoo nach Camden. 

Von Camden ging es dann mit der Tub weiter bis Westminster. Aber als wir vor der Westminster Abbey standen und die gewaltige Menschenmenge dort sahen mit geschätzten 1 Stunde Wartezeit, entschlossen wir uns, zu Fuß Richtung Piccadilly Circus zu laufen. Vorbei am Trafalgar Square erreichte wir den Circus, besichtigten kurz China Town, um im Porcupine Pub ein verdientes Bier zu trinken. Mit der Tube fuhren wir dann zur  London Bridge und liefen von hier an der Themse entlang Richtung Bermondsey. Nach einer Erfrischung und Abendessen im "The Kings Arms Pub" ging es nun wieder zurück in´s Hotel. Unterwegs luden wir noch einmal einen Betrag auf unsere Qyster Cards, denn wir waren nicht sicher, ob wir Tags darauf die Tube von Canning Town bis Heathrow mit dem restlichen Betrag nutzen konnten. Inge lud ihre Karte mit 15 GBP über ihre Kreditkarte auf. Bei meiner und Cedrics Karte funktionierte dies nicht, also suchte sie nach zwei 10 GBP Scheinen, aber sie hatte nur noch 20er. Da wir wussten, dass man sich am Flughafen den Rest wieder auszahlen lassen konnte, luden wir beide Karten jeweils mit 20 GPB auf.

Früh waren wir im Bett, denn am nächsten Morgen sollte es wieder nach Hause gehen.

Früh morgens ging es dann wieder in der Peak Time zum Flughafen. Wieder im Tourist Service Center lernten wir die unfreundliche Seite von London kennen. Die Mitarbeiterin fragte uns ziemlich unwirsch im Cockney Slang, warum wir überhaupt nochmal unsere Karten aufgeladen hätten? Und warum mit soviel Geld? Nach langen hin und her legte sie uns unser Restgeld mit angesäuertem Gesicht auf die Theke. Wahrscheinlich weil sie jede Karte einzeln bearbeiten musste und jede ihre eigene Quittung hatte.

Die nächste unfreundlich Begegnung gab es dann beim Boarding. Wir standen in der Reihe und liefen Meter für Meter Richtung Bordkartenkontrolle. Vor mir war ein englisches Ehepaar und als die Frau plötzlich stehen blieb, obwohl es vor ihr kein Stau gab, habe ich die mit meinem Bordkoffer gerammt. Ein kleines Sorry hat ihr wohl nicht gelangt, sie fing an zu schimpfen. "Scheiß dt. Touristen" usw. Irgendwann drehte ich mich um und meinte nur: "Don´t bother me"

Der Flug hatte 30 Min Verspätung, wir saßen in der vorletzten Reihe und wer saß hinter uns? Genau.

Die Getränkeausgabe startete von Hinten und als wir unsere Getränke hatten, wurde der Service eingestellt, denn wir näherten uns eine Schlechtwetter-Front. Unterwegs wurde es immer ruppiger und es wurde auch bis zur Landung keinen Service mehr durchgeführt.

In Frankfurt bekamen wir schnell einen Zug und als wir zu Hause waren, lasen wir, dass kurz nach uns der Flughafen und Bahnhof wegen Unwetter kurzzeitig geschlossen wurden.  Glück gehabt