Unser Inselhüpfen in Griechenland war wie folgend geplant:
Der Zug gestern kam tatsächlich pünktlich an – was momentan bei uns schon fast eine kleine Sensation ist. In Frankfurt verlief bei Condor alles erstaunlich schnell, da wir nur noch die Koffer abgeben mussten.
Im Flieger gab es dann kurz vor der Landung noch ein kleines Missgeschick: Mein Rucksack hatte sich unter dem Sitz hoffnungslos verheddert und ließ sich einfach nicht mehr herausziehen. Schließlich mussten alle in unserer Dreierreihe aufstehen, und die Stewardess legte sich quer über die Sitze, um besser unter den Sitz schauen zu können. Mit etwas Geduld konnte sie den Rucksackträger schließlich entwirren. Puh – das war vielleicht eine Aktion. Nach der Landung mit dem „Mittelmeerbomber“ und der anschließenden Kofferausgabe gingen wir direkt zur Busstation vor dem Flughafen. Von dort fuhren wir mit dem Stadtbus nach Rhodos-Stadt zu unserem Hotel, dem Arte Hotel. Laut Fahrplan hätte der Bus unterwegs 28 Stationen angefahren, doch da kaum jemand ein- oder aussteigen wollte und unser Bus ohnehin fast leer war – außer fünf Passagieren –, rauschten wir förmlich durch. Kurz vor unserem Hotel drückten wir den Halteknopf, doch der Fahrer ignorierte das einfach. Also ließ ich einen lauten Pfiff hören und rief ihm zu, dass er jetzt bitte mal ordentlich anhalten solle. Etwa 200 Meter später standen wir dann endlich vor unserem Hotel, checkten ein, brachten die Koffer aufs Zimmer und gingen erst einmal gemütlich etwas essen.
Am nächsten Morgen sind wir zuerst zum Fährhafen gelaufen, um schon einmal zu schauen, wie lange wir dorthin brauchen. Am nächsten Tag stand nämlich ein Tagesausflug nach Marmaris an, und zwei Tage später ging es dann weiter nach Symi, wo wir vier Nächte verbringen werden.
Danach zog es uns in die wunderschöne Altstadt von Rhodes, wo wir den beeindruckenden Palace of the Grand Master of the Knights of Rhodes besichtigten. Die ganze Anlage wirkte gewaltig, monumental und voller Geschichte – wirklich faszinierend.
Nach einem leckeren Essen liefen wir wieder Richtung Hafen und kamen dabei am Eingang zum Burggraben vorbei. In der Annahme, wir würden „mal eben kurz“ um die Burg herumlaufen, gingen wir hinein. Doch daraus wurde deutlich mehr als gedacht. Nach jeder Biegung hofften wir auf einen Ausgang oder wenigstens eine Treppe zurück in die Altstadt – leider vergeblich.
So umrundeten wir schließlich die komplette Altstadt im Burggraben. Laut meiner App waren es am Ende knapp fünf Kilometer. Immerhin nahmen wir für den Rückweg zum Hotel den Bus.
Das viele Laufen am Vortag hat meinem Knöchel nicht gut getan, sodass wir den Ausflug nach Marmaris leider ausfallen ließen und ein Tag Bettruhe angesagt war.
Am folgenden Tag ging es weiter mit einem Ausflug über Rhodos. Wir fuhren nach Kameiros und die Gegend um Kritinia fühlt sich oft deutlich ruhiger und ursprünglicher an, als die stärker touristisch geprägte Ostküste. Dafür bezahlt man allerdings mit mehr Höhenmetern, windigeren Straßen und teilweise unebenem Untergrund — mit lädiertem Knöchel merkt man das schnell doppelt. Die Beschreibung bei einer inkludierten Weinprobe hat mich zum Schmunzeln gebracht. Aus Sicht eines Rheinhessen muss das Verkostungskonzept tatsächlich etwas wild gewirkt haben – sensorisch eher Achterbahn als Dramaturgie. Der Ouzo mit Kaffeearoma klingt allerdings zumindest originell. Und dass am Ende noch Kaffeelikör kam, passt irgendwie perfekt zu solchen touristischen Kellereistopps.
Faliraki dagegen ist wirklich Geschmackssache. Wenn man vorher antike Ausgrabungen, Bergdörfer und Aussichtspunkte gesehen hat, wirkt die Hotel- und Partymeile schnell wie ein Kulturschock. Da ist die Rückkehr nach Rhodos-Stadt vermutlich deutlich angenehmer gewesen.
Am nächsten Tag sind wir gut auf Symi angekommen. Die Überfahrt war zwar ziemlich frisch, doch die Einfahrt in die malerische Bucht von Symi-Stadt war einfach traumhaft.
Die Insel lebt spürbar von den vielen Tagestouristen, die beinahe stündlich mit den unterschiedlichsten Fähren ankommen. Trotzdem hat Symi nichts von seinem besonderen Charme verloren. Die bunten Häuser im venezianischen Stil verleihen dem Ort eine ganz eigene, faszinierende Atmosphäre. Auch unser Hotel, Iapetos Village, fügt sich mit seinem traditionellen Baustil wunderbar in das Inselbild ein.
Unsere Tage auf Symi verbrachten wir meist am Hafen: Wir saßen in kleinen Tavernen, tranken griechischen Kaffee, Frappe oder ein Glas Retsina und beobachteten das geschäftige Treiben der Besucher. Die vielen Tagesgäste sind eine wichtige Einnahmequelle für die Insel – für Tavernen, Souvenirhändler und Eisdielen gleichermaßen.
Am schönsten war für uns jedoch die Zeit nach 17 Uhr, wenn die letzten Fähren abgelegt hatten und sich die Tavernen langsam mit Einheimischen und Urlaubern füllten, die länger auf der Insel blieben. Dann kehrte eine angenehme Ruhe ein, und es fiel uns viel leichter, mit den Menschen ins Gespräch zu kommen. Die Bewohner hatten nun Zeit und Lust für einen entspannten Smalltalk – und genau daraus entstanden unsere schönsten Begegnungen.
Auch die Fährüberfahrt nach Kos verlief völlig problemlos. Gegen Mittag erreichten wir Kos-Stadt und machten uns zu Fuß auf den knapp ein Kilometer langen Weg zu unserem Hotel, dem Triniton. Da die Hochsaison noch nicht begonnen hatte, konnten wir erfreulicherweise sofort einchecken.
Die Altstadt lag nur wenige Gehminuten entfernt, sodass wir direkt eine Taverne aufsuchten, die wir bereits bei unserem ersten Besuch drei Jahre zuvor kennen und schätzen gelernt hatten. Den restlichen Tag verbrachten wir entspannt beim Bummeln durch die Gassen der Stadt und entlang des Hafens.
Am nächsten Tag stand ein Ausflug zur Vulkaninsel Nisyros auf dem Programm. Dort besichtigten wir zunächst das Kloster Panagia Spiliani, das hoch über dem Ort liegt. Anschließend kehrten wir in Mandraki, der einzigen größeren Ortschaft der Insel, in ein gemütliches Restaurant ein. Zum Abschluss des Tages fuhren wir hinauf in die Berge zum Vulkan und erkundeten den beeindruckenden Stefanos-Krater. Der intensive Schwefelgeruch lag dabei deutlich in der Luft. Am späten Nachmittag gingen wir wieder an Bord unseres Bootes und erreichten nach etwa anderthalb Stunden erneut Kos.
Für den folgenden Tag hatten wir uns die Besichtigung der Casa Romana vorgenommen, die bei unserem letzten Aufenthalt leider geschlossen gewesen war. Vom Hotel aus war die historische Anlage bequem in etwa zehn Minuten zu Fuß erreichbar. Doch erneut hatten wir Pech: Auch diesmal blieb die Villa geschlossen. Der Grund war der 1. Mai, der nicht nur in Deutschland, sondern auch in Griechenland ein gesetzlicher Feiertag ist. Auf dem großen Platz der Stadt fand eine kleine Gewerkschaftskundgebung statt, begleitet von musikalischen Darbietungen.
Einen Tag später konnten wir die Casa Romana schließlich doch noch besuchen. Die Anlage besteht aus einer rekonstruierten römischen Villa sowie einem angrenzenden Ausgrabungsgelände. Die ursprünglichen Gebäudeteile stammen aus dem 2. beziehungsweise frühen 3. Jahrhundert n. Chr. und orientieren sich stilistisch an vergleichbaren Villen aus Pompeji.
Danach nutzten wir die Gelegenheit zum Einkaufen und besorgten unter anderem in der Markthalle Gewürze für Tzatziki.
Langsam näherte sich damit unser Aufenthalt auf Kos und zugleich unsere Inselhopping-Tour ihrem Ende. Über die Hotelrezeption bestellten wir ein Taxi für den nächsten Morgen, das uns zum Flughafen bringen sollte. Der Stadtbus fuhr leider zu ungünstigen Zeiten, weshalb wir uns für diese bequemere Variante entschieden.
Pünktlich erschien der Fahrer am nächsten Morgen, und auch am Flughafen verlief alles reibungslos – bis auf die Tatsache, dass wir unser Wasser nicht durch die Sicherheitskontrolle mitnehmen durften. In Frankfurt ist es inzwischen erlaubt, eine kleine Flasche Wasser mit in den Boardingbereich zu nehmen, hier jedoch nicht.
Im Flugzeug saßen wir zwar rechtzeitig auf unseren Plätzen, starten konnten wir allerdings zunächst nicht. Der Pilot erklärte, dass die griechische Luftfahrtbehörde unserem Flug einen neuen Slot zugeteilt habe und wir deshalb etwa 50 Minuten warten müssten. Besonders unangenehm war dies für Familien mit kleinen Kindern, zumal es an Bord kein kostenloses Wasser gab – dieses war ausschließlich den Premium-Passagieren vorbehalten. Für eine kleine 0,25-Liter-Flasche wurden über drei Euro verlangt. Nach rund 55 Minuten hob unsere Maschine schließlich doch noch in Richtung Heimat ab.
Am frühen Abend kamen wir wieder zuhause an. Darüber waren wir durchaus froh, denn in den letzten beiden Tagen war es auf Kos deutlich kühler geworden, mit Temperaturen von nur noch etwa 13 bis 15 Grad. In Ingelheim dagegen erwarteten uns angenehme 22 Grad.