Im Dezember 2013 setzten wir uns mit meiner Schwester, ihrem Freund und meinem Neffen zusammen und überlegten wieder einen Familienurlaub zusammen zu machen. Nach durchstöbern mehrerer Urlaubssuch-Websites entschieden wir uns für das Hotel Angela-Beach auf Korfu. Das Hotel lag etwas außerhalb von Roda, aber nach Angaben der eigenen Website fuhr der eigene Hotelbus als Shuffle mehrmals täglich nach Roda. Ok, also keine Problem für uns. Roda liegt im Norden der Insel gleich neben der etwas größeren Stadt Acharavi. Also ab ins Reisebüro und gebucht. Der günstigste Anbieter war FTI.

Am 14.8. ging es dann endlich los. Unsere Flugdaten waren auch ok, diesmal nicht mitten in der Nacht aufwachen und sehen wie man nach Frankfurt kommt, denn von uns aus fahren die Züge erst ab 5 Uhr wieder regelmäßig. Nein, diesmal konnten wir länger schlafen und trafen mit dem Zug um 8 Uhr am Flughafen ein. Da wir einen Tag vorher vom Reisebüro noch den Schalter mitgeteilt bekamen, stellten wir uns also 2,5 Std vorher schon mal dort an. Da wir 6 Personen waren, ist es besser, denn dann war die Chance größer, noch diese 6 Plätze zusammen nebeneinander zu bekommen. Online konnten wir nicht einchecken, denn unser Flug war ein Zusatzflug. Es waren also nur 5 Personen noch vor uns, bis wir endlich an der Reihe waren. Als ich unsere Pässe vorlegte, fragte mich der Mitarbeiter ob wir nach Thessaloniki fliegen möchten? Hä? Eigentlich wollten wir ja nach Korfu! Er sagte uns dann, dass es kurzfristig einen anderen Schalter für uns geben würde. Oh je dachten wir, jetzt den anderen Schalter suchen und uns ganz hinten anstellen? Als wir ihn aber gefunden hatten, war dieser noch geschlossen und nur ein Pärchen war vor uns. Puh, Glück gehabt. Nachdem wir eingecheckt hatten, sind wir dann zum Gate gelaufen ... vor der Handgepäckkontrolle war eine lange Schlange. Das würde dauern, dies war uns klar. Und was passiert in diesem Moment wenn du in einer solchen Schlange stehst? Mein Sohn meinte: Ich muss mal! Mir liefen schon die Schweißperlen über den Nacken, schafft er es noch, kann er es aushalten bis nach der Kontrolle? Er konnte es, aber nach der Kontrolle ist er gerannt *g*. Nach einer kurzen Wartezeit ging es dann endlich ins Flugzeug, mit dem Bus. Im Bus meinte mein Sohn: Ich muss schon wieder. So ist es halt immer, wenn er aufgeregt ist. :-)

Nachdem alle Passagiere eingestiegen waren, schickte ich ihn noch einmal zur Toilette.

Nach einem ruhigen Flug sind wir nach 2,5 Std in Korfu-Stadt gelandet. Dass es eine der kürzesten und gefährlichsten Landebahnen in Europa ist, habe ich meiner Schwester nicht gesagt, da sie sowieso schon Probleme mit Starts und Landungen hat. Die Fingerabdrücke auf dem Arm ihres Freundes sagen da schon alles ;-).

Korfu empfing uns mit herrlichem Wetter und Sonnenschein mit 42°c. Nachdem die restlichen FTI-Mitfahrer im Bus waren, ging es dann los und die einzelnen Hotels wurden angefahren. Nach 1,5 Std. waren auch wir endlich an unserem Hotel angelangt.



Nach dem üblichen Empfang am nächsten Tag durch die Ansprechpartnerin der Reiseargentur überlegten wir uns, welche Ausflüge wir buchen könnten. Da wir ja zu sechst waren, wollten wir nichts induviduell unternehmen, sondern uns mal gemütlich mit dem Bus über Korfu fahren lassen, samt dazugehörigem Guide. Also buchten wir eine Tour durch den oberen Teil von Korfu, ein Stadtfahrt mit dem Boot nach Korfu und ein Bootstour zu den Nachbarinseln Paxos und Antipaxos im Süden.

 

Zuvor war aber erst einmal relaxen angesagt. Der Strand war nicht so schön, denn er war klein und voller Steine im Wasser. Mit viel Mühe quälte man sich ins angenehm warme Meer. Also doch lieber in das etwas zu kleine Pool vom Hotel. Die Poolbar war großzügig überdacht und es gab durch das All-Inklusive reichlich Auswahl zum trinken. Wein, Bier, Ouzo, Metaxa und diverse Softgetränke zum selbstzapfen. Eis gab es auch den ganzen Tag in einer Kühltruhe. Um 11 Uhr machte jeden Tag eine kleine Bude auf, in der es nur Gyros mit Pommes und Tzaziki gab.

Da unser Neffe eine Doppelzimmer zur Einzelbenutzung hatte, schlief unser Sohn oft bei ihm. Meistens sahen wir die beiden dann erst, wenn um 11 Uhr die Gyrosbude öffnete und sie sich ein "Frühstück" gönnten.

 

1. Tagestour: Höhepunkte Korfus im Norden

 Nach 3 Tagen faulenzen ging es endlich los . Da der Startpunkt in Korfu-Stadt war, ging es also wie bei der Ankunft 1,5 Std an verschieden Hotels entlang Richtung Süden, um weitere Mitreisende einzusammeln. Aus den 1,5 Std wurden dann aber fast 2 Stunden. Warum kann man nicht pünktlich am Hoteleingang stehen, wenn man eine Tour gebucht hat?

Ok, nun aber zur Tour: Es war eine Fahrt entlang der malerischen Buchten an der Westküste in Richtung des Klosters Panagia Theotókos tis Paleokastritsas, welches auf einem kleinen Hügel direkt am Meer lag. Ein kleiner Rundgang im Kloster, welches nicht sehr groß ist, zwei Kätzchen fotografiert und schon ging es weiter zur Bucht, in der wir eine kleine Bootsfahrt zu mehreren kleinen Grotten unternahmen. Anschließend fuhren wir durch sehr enge Serpentinen hoch auf den Berg in Richtung Bella Vista (Lakones). Von dort hatten wir einen atemberaubenden Blick auf die herrliche Landschaft von Paleokastritsa mit ihren vielen Buchten. Die Weiterfahrt über Makrades und den Bergsattel des Panteleimonas zeigte uns dann bei einem kleinen Stopp die wunderschöne Aussicht vom nördlichen bis hin zum südlichen Teil der Insel.

In einem kleinen "Künstlerdorf" hielten wir an, damit uns die Reiseleiterin in einem kleinen Laden direkt mit verschiedenen Produkten aus Korfu eindecken wollte. Ein Blick auf die Preise ließ uns aber schnell wieder aus dem Laden flüchten.

Von weitem sahen wir auf einem Berg die "Engelsburg" (Angelokastro), es wäre nur ein Fußmarsch von etwa 15 Minuten gewesen, was aber die Reiseleiterin ablehnte, mit der Begründung, dass dies nicht auf dem Plan stehen würde.  Naja.

Anschließend ging die Fahrt weiter durch typische Dörfer entlang der Nordküste durch wunderschöne Landschaften mit Sicht auf die albanischen Berge, bis hin zum malerischen Fischerdorf Kassiopi. Nach einem kleinen Rundgang am Hafen besuchten wir noch die Burg, welche aber leider nur aus der Burgmauer und eins, zwei Gebäuden bestand. Das Mittagessen nahmen wir zwischen Roda und Kassiopi ein. Wir liefen einen sehr steilen Weg von der Straße bis zum Strand hinunter. Der Weg dann zurück beanspruchte dann schon sehr unsere Waden, was wir am nächsten Morgen anhand von Muskelkater in den Waden und etwas höher bemerkten.

Dann ging es weiter über Kalami und Kouloura mit seinem sehenswerten Naturhafen, bei dem wir auch einen kurzen Fotostop machten um den engsten Punkt (2,5 km) zwischen Korfu und Albanien zu sehen.

Von hier aus ging es dann zurück in unser Hotel.

 

2. Tagestour: Korfu-Stadt

Als ob es unser Kapitän ahnte, denn in dem Moment, als wir an der Mäuseinsel vorbei fuhren,  war ein Flugzeug im Anflug und flog genau über die Insel, da ja der Flughafen nicht sehr weit davon entfernt war.

Nun ging es wieder zurück und wir kamen im Hafen von Korfu-Stadt an. Wir hatten 3,5 Std Zeit, die Stadt zu erkunden. Aus dem Hafen sollten wir nach rechts gehen und dann wärenwir sogleich in der Altstadt. Leicht gesagt, natürlich haben wir uns verlaufen und nach ca. 30 Minuten hatten wir dann endlich die City erreicht. Hecktik pur, das hätten wir nicht erwartet, Korfu-Stadt war doch sehr groß. Und wo ist nun die Altstadt? Also wieder durch verschiedene Straßen irren und endlich hatten wir sie gefunden. nach etwas bummeln, meldete sich der Hunger, aber mit Blick auf die Preise der Speisekarten wussten wir, die Griechen "lieben" uns Touristen in der Stadt. In der Nähe des hafens fanden wir dann ein Speiselokal, welches genügend platz für uns  sechs im Freien hatte. Nachdem ich jedem von uns bei der Übersetzung der Speisekarte geholfen hatte, kam ich an die Reihe, zu bestellen. Da ich so abgelent war, habe ich natürlich nicht das bestellt, was ich wollte, sondern aus Versehen ein Beefsteak. Fast alle waren glücklich mit ihren Bestellungen, nur ich bekam ein trockenes, voller Sehnen durchzogenes Stück Fleisch, angeblich ein Rip-Eye ... naja. Gegessen habe ich es nicht.

Die Zeit rannte nur so dahin, sodass wir nun langsam wieder zum Boot mussten. Da das Lokal fast am Hafen lag, gab es auch keine Probleme, unser Boot zu finden. Ergo, wären wir bei Ankunft gleich nach rechts gelaufen, hätten wir fast 1 Std mehr Zeit gehabt :-)

Alle waren pünktlich und nach langer Fahrt erreichten wir dann wieder unseren Bus in Kassiopi und 30 min später holte ich mir im Hotel erst einmal etwas vernünftiges zu Essen.


3. Tagestour: Paxos und Antipaxos

Endlich die Tagestour, auf die wir uns am meisten gefreut hatten. Und wieder ging es sehr früh los, der Bus kam im Morgengrauen vor unser Hotel, dieses mal waren wir aber eines der letzten Hotels, welches angefahren wurde. Es ging quer über die Insel durch die Berge nach Korfu-Stadt. Hinter dem Flughafen lag der Hafen, wo auch schon das Boot auf uns wartete. Leider waren wir die letzten, die an Bord gingen, so dass es mit angenehmen Plätzen nichts wurde. Es war proppen voll.

Die Fahrt führt an der Ostküste nach Süden. Als wir die Südspitze von Korfu erreichten, sahen wir schon in weiter Ferne die Insel Paxos. Nach einer Fahrzeit von 2 Stunden fuhren wir westlich an Paxos entlang und erreichten eine wunderschöne, beeindruckende Grotte, wo sogar unser großes Boot hineinpasste. In der Zweiten Grotte, die dann kam, konnten sogar kleiner Boote durchfahren, da sie einen kleinen Durchbruch hatte.

Als nächster Programmpunkt kam dann Antipaxos, die unbewohnte kleinere Nachbarinsel. Hier warfen wir den Anker und wer wollte, konnte für 30 Minuten vom Boot aus ins Meer zum Baden springen.

Die Fahrt führte uns dann nach dem Baden weiter Richtung Paxos zurück. Wir umrundeten praktisch einmal Paxos, fuhren zwischen zwei kleinen Insel (Panagia und Agios Nikolaos) in den bezaubernden Naturhafen von Gaios ein, der auch den größten Seglerhafen im Nord-Westen Griechenland darstellt. Hier hatten wir dann 3 Stunden Zeit, uns die Beine zu vertreten und die Insel bzw. Gaios anzuschauen. Aber zuerst suchten wir uns eine nette kleine Taverne. Am Hafen in der ersten Reihe bei den großen Tavernen wollten wir nicht sitzen, nach dem  wir die Preise auf den Speisekartengelesen hatten. Also ab in die zweite Reihe, eine kleinere in einer Seitenstraße gesucht und gefunden. Die Taverne hatte 5 Tische, also genau richtig für uns. Und erst das Essen, eine Pracht. Meine Frau hatte Moussaka bestellt, wo es beim Griechen in Deutschland eine normale Portion gab, hatte sie hier das doppelte auf dem Teller. Auch die anderen Gerichte waren üppig und lecker.

Nachdem bezahlen bummelten wir noch durch Gaios, aßen noch ein Eis und wartet, bis wir wieder auf das Boot konnten. Nun ging es wieder 2 Stunden Richtung Korfu und dann noch mit dem BUs zurück in unser Hotel.

Fazit: Der schönste Ausflug auf Korfu.


Roda

Nach Roda fuhren wir etliche male mit dem hoteleigenen Shuttlebus, man kann ja nicht außer den Ausflügen immer nur seine Zeit im Hotel verbringen, auch wenn man All Inklusive hat. Hier suchten wir uns auch eine kleine Taverne, abseits der Touristenwege. Eine dieser fanden wir dann fast schon etwas außerhalb von Roda. Da der Wirt schlecht englisch sprach und wir aber auch kein griechisch, verständigten wir uns mit Händen und Füßen was wir gerne essen und trinken wollten. Nach reichlichen Vorspeisen, üppigen Hauptgängen, 2 Flaschen Retsina, insgesamt fast 1 Flasche Ouzo, mehreren Softgetränke und zwei Flaschen Wasser zahlten wir für sechs Personen gerade einmal 128 € ... nicht schlecht :-)

In Roda selbst sind wir ab und zu mal in kleine Bars gegangen um nach dem bummeln und shoppen noch einen Cocktail zu trinken.

Leider hat der Hotelbus seine festen Zeiten. Alle volle Stunde fährt er nach Roda und wieder zurück. Die letzte Fahrt war um 23:10 Uhr. Das schränkte einen doch schon ein, wenn man gemütlich einen Cocktail vor sich hat. Und Sonntags fährt er überhaupt nicht, das nutzt dann das Hotel aus und es gibt dann einen griechischen Abend mit Tanzvorführung und "Animation" zum mittanzen.

 

Im großen und ganzen hat es uns sehr gut gefallen, aber es hätten auch 8 - 10 Tage gereicht.