Um Thailand haben wir seit Anbeginn unserer Fernreisen einen Bogen gemacht. Warum wissen wir nicht genau, ev. weil wir immer dachten, dass es eines der ersten Asiatischen Fernreiseziele der meisten Touristen war bzw. ist. Als Unbedarfter kennt man nur die beliebten Ziele wie Bangkok, Phuket, Pattaya oder auch Ko Samui … Massentourismus, volle Strände, Anmachkneipen mit leichtgekleideten Thailänderinnen beim Tabledance. Ja, das alles schreckte uns in unserer Vorstellung schon sehr ab.

Nachdem ich im Reiseforum https://www.vivien-und-erhard.de/forum/, in dem ich sehr gerne schreibe und lese, diverse Reiseberichte über Thailand mitverfolgt hatte, reifte in uns der Entschluss, Thailand doch eine Chance zu geben.

Wir entschieden uns für eine geführte Nord-Thailand-Rundreise, gebucht über Suntrips. Hier konnte ich auch die Flüge und weitere Wünsche in einer Art Baukastensystem eingeben. Vor und nach unserer Rundreise hatten wir 3 Übernachtungen in Bangkok gebucht.

Da wir 2017 von der Stadt Luang Prabang in Laos so fasziniert waren, wollte wir auch diese noch einmal mit in unser Reiseprogramm nach der Rundreise nehmen.

Zum Abschluss wollten wir noch für 8 Tage in einem Strandhotel chillen. Hier entschied ich mich für Ko Samui und den Ort Lamai.

 

Einige Wochen vor unserem Start sprach sich langsam herum, dass eine Viruskrankheit aus China, die als Coronavirus SARS-CoV-2 zur Epidemie wurde und dann weltweit als Covid-19-Pandemie bekannt wurde. Wir sprachen oft darüber, ob wir die Reise stornieren sollen, oder doch fliegen. Letztendlich entschieden wir uns für die Reise.

  

Am 21.2. ging es endlich los. Die Zwischenlandung in Singapur war problemlos, nur waren oft Kameras zu sehen, welche die Touristen auf Körpertemperatur scannten. Auch liefen viele schon mit Mundschutz herum, die wir die ganzen Jahre immer nur von den Asiaten kannten. Der Weiterflug nach Bangkok war ok, und wir wurden am Flughafen, wie bei Suntrips gebucht, abgeholt.

Unser Hotel war das Chatrium Bangkok Riverside mit Blick auf den Fluss Chao Phraya im 36. Stock. Eine Stunde nach dem einchecken trafen wir uns mit einem Freund, Chris W. und seiner Frau aus dem Reiseforum, der Bangkok in und auswendig kennt und die den letzten Tag ihres Urlaubs in Bangkok verbrachten.

Wir fuhren mit dem Shuttle-Boot, welches am Hotel hielt, zum Sathon Pier. Hier trafen wir noch Mathias, den Chef von Green Mango Tours, der mit Chris W. gut befreundet ist. Eine Green Mango Tour war für den nächsten Tag schon gebucht. Wir liefen durch das alte verwinkelte China Town und später, nach dem Abendessen in einem Dachlokal, noch durch das neuere, mit den unzähligen Streetfood-Ständen. Hier war es voll, sehr voll.

Übermüdet fielen wir später in´s Bett und schliefen sofort ein. Aber um 1 Uhr wurden wir durch ein vorbeifahrendes „Disco-Boot“ geweckt. Die Bässe drangen sogar bis hoch in unser Zimmer. 

 

Der Wecker klingelte früh, denn nun stand unsere Bangkok-Tagestour mit Green Mango an. Wir fuhren wieder vom Hotel-Bootssteg zum Sathon Pier. Hier trafen wir auf unsere kleine Truppe von 9 Personen, sehr angenehm. Auch unsere deutschsprechende Guide „Petra“ gesellte sich zu uns und wir nahmen ein Shuttle-Boot und fuhren weiter auf dem Chao Phraya bis zur Memorial Bridge. Nach kurzem Fußmarsch erreichten wir den Flower Market. Nach einer Unterrichtsstunde in Lotusblütenfalten und einem Frühstück mit Nudelsuppe in einer einheimischen Garküche fuhren wir kurz mit dem Bus zu unserem ersten Highlight. Der Wat Pho gehört wohl zu den beeindrucktesten Tempeln in Bangkok. Spektakulär war hier der45m lange, liegende goldene Buddha und die bis zu 41m hohen Chedies (Pagoden). Danach ging es mit dem TukTuk zum Wat Phra Kaeo, auch alter Königspalast genannt. Auch hier wieder Gold ohne Ende. Nach der ausführlichen Besichtigung liefen wir zum Fluss und überquerten diesen mit einem Shuttle-Boot. Der nächste Tempel war der Wat Arun, hier konnte man den 80 Meter hohen zentralen Turm Phra Prang hinaufsteigen, von dort hatte man einen fantastischen Blick auf den Chao Phraya, den Königspalast und die Skyline von Bangkok. Vom Wat Arun sind wir mit dem TukTuk zu einem Restaurant am Fluss gefahren. Nach einem leckeren Mittagessen ging es von hier direkt auf ein kleines Boot und wir machten eine Khlongfahrt (Kanalfahrt) durch einige der vielen Kanäle, die Bangkok durchziehen. Die Fahrt endete am Sathon Pier, von wo aus wir das Shuttle-Boot zurück zu unserem Hotel nahmen.

Den Rest des späten Nachmittags verbrachten wir am Hoteleigenen Pool mit Blick auf den Fluß. Nach dem Abendessen im Chef Jack ging es ans Kofferpacken, am nächsten Morgen begann unsere Nord-Thailand Rundreise. 

 

Rundreise Tag 1:

Bangkok - Ayutthaya - Sukhothai

Frühmorgens wurden wir an unserem Hotel abgeholt und fuhren zum Hotel Tai Pan, hier trafen wir unsere kleine Reisegruppe für die nächsten 7 Tage. Mit dem Reisebus ging es in nördlicher Richtung. Nach gut 80 km erreichten wir Ayuthaya. Die ehemalige Hauptstadt Siams wurde 1776 von den Burmesen zerstört - die überaus zahlreichen Tempelruinen lassen auf die frühere Bedeutung der Stadt schließen. Besonders sehenswert sind die Palastruinen. Nach einer kurzen Fahrt ging es zum Wat Mahathat Ayutthaya, hier sahen wir den berühmten "Buddah im Baum". Von hier aus fuhren wir dann weiter nach Sukhothai.

 

Rundreise Tag 2:

Sukhothai - Chiang Mai

Heute besichtigten wir den historische Park von Sukhothai (die Stadt war die erste Hauptstadt des Königreichs Siam und gilt als Wiege der Thai-Kultur). Besonders eindrucksvoll sind die Tempelruinen aus dem 13. Jahrhundert. Der Wat Mahathat gilt als das magische und geistige Zentrum des Königreiches. Im Wat Sri Chum Tempel befindet sich eine der größten sitzenden Buddhastatuen des Landes. Unterwegs machten wir noch Halt, um den Wat Phra That Hariphunchai in Lamphun zu besuchen. Ein wunderschöner Tempel mit viel Gold.

Danach fuhren wir zur "Rose des Nordens", wie Chiang Mai auch liebevoll von seinen Einwohnern genannt wird.

 

Rundreise Tag 3:

Heute ließen wir es ruhig angehen, nach einem Bummel durch Chiang Mai´s Nightmarket ging es zur Thai-Massage

 

Rundreise Tag 4:

Chiang Mai - Doi Sakhet

Nach dem Frühstück packten wir und als erstes stand ein Besuch des Wat Phra Singh an. Wieder einmal Gold ohne Ende und lebensechte Wachsfiguren vom Mönchen.

Der nächste "Höhepunkt" war das Wahrzeichen der Stadt Chiang Mai, der Wat Doi Suthep, ein Tempel, der auf einer Höhe von 1050 m liegt. An klaren Tagen hat man von dort einen fantastischen Blick über die Stadt und die Provinz Chiang Mai. Doch leider lag der Berg im Dunst, weit konnte wir nicht in die Ebene hinab blicken. Die Tempelanlage, zum größten Teil aus dem 16. Jahrhundert, gruppiert sich um einen 32 Meter hohen, vergoldeten Chedi im burmesischen Stil. 

Unser wunderschönes Hotel außerhalb von Doi Sakhet erreichten wir am späten Nachmittag.

 

Rundreise Tag 5:

Doi Sakhet - Lampoon - Phitsanuloke

Wir verabschiedeten uns von Doi Sakhet, weiterfahrt Richtung Süden, Stopp in Lampang am Lampang Luang mit dem Smaragd-Buddha, danach Weiterfahrt in die Provinzhauptstadt Phitsanuloke mit Besichtigung des Wat Phra Si Rattana Mahathat Maha Worawihan oder kurz Wat Yai aus dem 13. Jahrhundert, mit dem imposanten "Buddha Jinaraj"

 

Rundreise Tag 6:

Phitsanuloke - Lopburi - Bangkok

Der letzte Tag unserer Rundreise stand an. Wir fuhren nach Lopburi mit Besuch des "Affentempels" Prang Sam Yod.

Der Abschluss unserer Wat-Wanderung war in Sarburi am Phra Buddhabath, mit einem angeblich historischen Fußabdruck des Religionsstifters Buddha. Hier erlebten wir eine kleine buddhistische Zeremonie mit.

 

Am frühen Abend waren wir wieder in Bangkok und verabschiedeten uns von unserer Rundreisegruppe. Nun waren wir wieder für uns und wurden nach kurzer Fahrt in den Stadtteil Khaosan an unserem Nouvo City Hotel abgesetzt. Hier verbrachten wir eine Nacht, ehe es am nächsten Morgen via Flugzeug nach Laos / Luang Prabang ging.

 

Am nächsten Morgen wurden wir pünktlich vom Taxi im Hotel abgeholt und zum Flughafen gebracht. Nach 2017 flogen wir nun zum zweiten Mal nach Laos. Da uns Luang Prabang, die alte Königs- und Hauptstadt so gut gefallen hat und wir damals nicht alles sehen konnten, entschlossen wir uns bei der Buchung der Thailandreise, auch noch einmal in diese wundervolle Stadt zu fliegen.

Nach der Landung wurden wir vom Hoteltransfer abgeholt und schon nach kurzer Zeit waren wir abermals von diesem Land verzaubert.

Das Dalabua Maison ist ein kleines wunderschönes Öko-Hotel, fast mitten in der Stadt mit schönem Garten und Teich. Dennoch hatten wir beim einchecken Probleme, da aus Deutschland keine Buchungsbestätigung vorlag. Nach einer E-Mail mit meinem Reiseanbieter ging auch dieses klar und da das Hotel durch die Corona Krise sehr schwach belegt war, bekamen wir ein kostenloses Upgrade auf ein Deluxe-Zimmer mit Blick auf den Pool. An der Rezeption buchte wir für den nächsten Tag einen Bootsausflug zu den Pak Ou-Höhlen. Diese Höhlen liegen nördlich von Luang Prabang am Mekong.

Den Rest des Mittags verbrachten wir am Pool, ehe wir am Abend in die Stadt wanderten um u.a. lecker in einem der unzähligen kleinen Restaurants Laotisch zu essen.

 

Der Morgen begann mit einem tollen Frühstück im Hotel. Fast alles wird vom Hotel selbst zubereitet, sogar das Brot. 

Frisch gestärkt wurden wir pünktlich vom Hotel-Taxi zum Mekong an das von uns gebuchten Boot gebracht. Bei Ankunft meinte ich zum Fahrer, ob wir wohl die ersten seien, da sonst noch niemand wartete, er meinte daraufhin, es würde auch so bleiben, wir wären die einzigen Gäste an Bord, da ja die vielen Asiaten (Chinesen, Koreaner usw.) fehlen würden.

Ok, Inge und ich hatten also 4 Mann Besatzung plus zwei Köchinnen für und alleine. Cool

Wir fuhren mit den großen Boot 2,5 Std Richtung Norden zu den "Buddha-Höhlen". Es sind zwei Höhlen, die Hunderte von Buddahs aus verschiedenen Materialien und verschiedenen Größen beherbergen. Es ist ein buddhistischer Pilgerort, der seit 1547 als Tempel genutzt wird.

Auf der Rückfahrt gab es dann für uns beide ein leckeres laotisches Menü an Bord.

Wieder in der Stadt angekommen, wurden wir zum Hotel gefahren und erfrischten uns im Pool, ehe wir gegen Abend wieder in die Stadt liefen und nach dem Essen über den Nachtmarkt schlenderten.

 

Unseren letzten Tag in Luang Prabang widmeten wir wieder den vielen Wats und dem alten Königspalast. 

 

Heute hieß es, von Luang Prabang Abschied zu nehmen. Am Flughafen in LP angekommen, konnten wir die Lounge von Bangkok Airways benutzen, welches uns die Wartezeit bis zum Abflug etwas angenehmer machte. Auf dem Flug nach Bangkok durften wir das erste Mal das Essen der "Boutiqe" Airways genießen. Kalter Reis, 6 lauwarme Bohnenstangen und Karottenstückchen. Nicht gerade lecker.

In Bangkok stiegen wir um und es ging nach Ko Samui wieder mit einem Bangkok Airways Flieger. An Bord gab es dieses Mal lauwarme Ente mit scharf.

Pünktlich landeten wir auf Ko Samui und wir sahen einen der schönsten, knuddeligsten Flughäfen, die wir bisher kannten. Alles schön offen, luftig und überschaubar.

Mein Magen fing langsam an, zu drücken und blubbern. Mit einem kleinen Bus wurden wir zum Hotel Lamai Wanta in Lamai (!) gefahren. 

Ich war noch nie auf Ko Samui, aber irgendwie hatte ich mir diese Insel kleiner und idyllischer vorgestellt. Ein Ort grenzt  an den anderen, kaum eine ruhige Bucht auf der Fahrt gesehen. Endlich in Lamai angekommen, eine Kneipe neben der anderen, zwischendrin viele Tourigeschäfte.

Unser Hotel lag in einer Seitenstraße, direkt am Meer. Wir bezogen unser Zimmer und ich legte mich mit starken Bauchschmerzen erst mal ins Bett. In der Nacht habe ich mir die Ente dann noch einmal "angeschaut" … 

Die restlichen Urlaubstage auf Ko Samui verbrachten wir mit ausschlafen, frühstücken, einen Schattenplatz am Pool suchen (die waren ab 5 Uhr Morgens reserviert), durch Lamai bummeln und Abends in einer der unzähligen Restaurants essen gehen. Durch die fehlenden Touris aus Asien hat man viel Platz und die Wahl der Qual … oder war es umgekehrt?

Leider habe ich mich im Vorfeld zu wenig mit Lamai befasst, denn es war uns hier zu touristisch, zu viele Kneipen, zu viele Lapdance-Bars (alles leer). Irgendwie hat uns Ko Samui angewidert, vielleicht auch, weil wir nicht viel unternommen haben, was aber nach 2 Tage Bangkok, der Rundreise und Laos verständlich war.

Fazit für uns: Nord-Thailand mit Bangkok waren schön und interessant, aber Ko Samui hat uns nicht umgehauen.